Mittwoch, 28. Dezember 2016

Sanierungsmaßnahmen: Umfassende statistische Erfassung fehlt

Die Anzahl der energetisch sanierten Wohngebäude ist deutlich höher als bisher angenommen.  „Über 80 Prozent der Wohneinheiten gehören privaten Einzeleigentümern. Diese investieren eher kleinteilig und bezahlen die Maßnahmen in den meisten Fällen aus eigenen Mitteln. Solche Investitionen werden jedoch nirgendwo und von niemandem erfasst“, kommentiert Dr. Ulrike Kirchhoff, Vorstand Haus & Grund Bayern, eine Veröffentlichung des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR).

Das BBSR hat in einer im Dezember veröffentlichten Analyse festgestellt, dass Sanierungsfortschritte im Gebäudebereich derzeit nicht gemessen werden können. „Insgesamt bleibt festzuhalten, dass die viel zitierte Sanierungsrate in ihrer jetzigen Form kaum als politische Zielvorgabe geeignet ist“, so die Autoren. In der politischen Debatte wird meist eine Sanierungsrate von knapp einem Prozent unterstellt. Grundlage dieser Zahl sind laut BBSR Daten aus den Jahren 2005 bis 2008 von lediglich 0,5 Promille des Gesamtbestands an Wohngebäuden. Dabei seien beispielsweise Heizungsmodernisierungen gar nicht berücksichtigt worden.

Die Bundesregierung fordert von den Hauseigentümern mindestens eine Verdopplung der Sanierungsquote, damit die Klimaschutzziele der Regierung bis 2050 erreicht werden. „Wahrscheinlich haben wir diese Quote längst erreicht. Die Bundesregierung muss endlich aufhören, mit falschen Zahlen Druck auf die Eigentümer auszuüben“, fordert Dr. Kirchhoff.