Mittwoch, 10. Februar 2016

Mietspiegel: Ausweitung des Betrachtungszeitraums bestraft sozial handelnde Vermieter

Bundesjustizminister Heiko Maas will den Bezugszeitraum der ortsüblichen Vergleichsmiete im Mietspiegel von vier auf zehn Jahre ausweiten. „Dies führ dazu, dass private Vermieter dafür büßen, dass sie in laufenden Mietverhältnissen selten oder gar nicht die Miete erhöhen“, kommentiert Dr. Ulrike Kirchhoff das Vorhaben.

In dem Grundlinienpapier des Justizministers für weitere Mietrechtsreformen heißt es zu dem Thema Mietspiegelerstellung, dass zu wenige Daten über Mieten vorliegen, weil viele Mietverträge länger als vier Jahre bestehen und deren Miete in dieser Zeit nicht angepasst wurde. Tatsächlich hat eine repräsentative Befragungen privater Vermieter ergeben, dass knapp 30 Prozent die Miete ausschließlich bei einem Mieterwechsel erhöhen. „Dieses soziale Verhalten privater Vermieter dürfe nicht zum Anlass genommen werden, die ortsübliche Vergleichsmiete im Mietspiegel künstlich klein zu rechnen“, warnt Dr. Kirchhoff. Gerade das wäre bei einer Ausweitung des Betrachtungszeitraums von vier auf zehn Jahre der Fall. „Mietsteigerungen müssen auch künftig zulässig und möglich sein, wenn das Wohnungsangebot steigen und die Qualität der Wohnungen mit der Zeit gehen soll“, stellt Dr. Kirchhoff klar.